Reineclauden alias “Wasserlatschen”, Mirabellen, Beinebaumeln auf der bemoosten Steinmauer unter der großen alten Weide. Schmunzelnde Stille, Kernewettspucken, die Zehenspitzen abwechselnd im Bach und im samtweichen Moos. Oben zwischen den Wolken ein Flugzeug, dessen fernes Geräusch anders klingt als in Sommerzeiten. Duft von feuchter Erde und gemähtem Heu, das in der Sonne trockengilbt. Am Weidenstamm lehnen, dem Wasser hinterher denken. Auf den Wackersteinen, wasserumspült und glänzend in den Schattensonnenstreifen, wippt eine Bachstelze. Sich anschauen und anlachen, wissend: Im gleichen Augenblick den gleichen Augen-Blick teilen.
Kind sein und bleiben dürfen in diesen kurzen Momenten: Als das Kind Kind war … und sich über das unverhoffte Geschenk einer flüchtigen Begegnung zu freuen. Vielleicht tiefer, inniger noch im Vorüberhuschen denn im Dauern.
Reineclauden alias "Wasserlatschen", Mirabellen, Beinebaumeln auf der bemoosten Steinmauer unter der großen alten Weide. Schmunzelnde Stille, Kernewettspucken, die Zehenspitzen abwechselnd im Bach und im samtweichen Moos. Oben zwischen den Wolken ein Flugzeug, dessen fernes Geräusch anders klingt als in Sommerzeiten. Duft von feuchter Erde und gemähtem Heu, das in der Sonne trockengilbt. Am Weidenstamm lehnen, dem Wasser hinterher denken. Auf den Wackersteinen, wasserumspült und glänzend in den Schattensonnenstreifen, wippt eine Bachstelze. Sich anschauen und anlachen, wissend: Im gleichen Augenblick den gleichen Augen-Blick teilen.
Kind sein und bleiben dürfen in diesen kurzen Momenten: Als das Kind Kind war ... und sich über das unverhoffte Geschenk einer flüchtigen Begegnung zu freuen. Vielleicht tiefer, inniger noch im Vorüberhuschen denn im Dauern.
Aufgeräumt und ordentlich, sonntagsglänzend gewienert bis zum Hochglanz, auch an ganz normalen Tagen. Sogar montags. An der Wand zahllose Plaketten des örtlichen Schützenvereins. Pünktlichkeit zu den Mahlzeiten wird nicht nur stillschweigend vorausgesetzt in dem kleinen Dorfgasthof, weit gefehlt… Eine handschriftliche Notiz an der Innenseite der Zimmertür fordert mit mehreren Ausrufungszeichen unmissverständlich vom Gast ein: Abendessen um Punkt 18 Uhr!!! Wider den Großstadtschlendrian, Laissez-faire ist unerwünscht, hier herrscht Ordnung, bis zu den sorgfältig gestapelten Brötchen am Frühstücksbüffet. Wer zu spät kommt, den bestraft der Wirt.
Nicht wirklich verwunderlich, dass alleinreisende Lichtbildnerinnen weit unterhalb des Altersdurchschnitts der Gäste eher misstrauisch beäugt werden: Der grantelige Wirt ringt sich nur langsam und andeutungsweise zu einem Lächeln durch. Die sonstige Gästeschar grantelt ebenfalls; wahlweise mit versteinerter Miene vor sich hin schweigend oder die bessere Hälfte angiftend. Wenn’s denn überhaupt noch etwas zu sagen gibt, Schweigen ist Gold. Ausreichend Grund zu Nörgelei findet sich bei genauerer Betrachtung der Umstände – das Frühstücksei zu kalt, der Kaffee zu stark, die Butter zu hart. Irgendwas ist ja immer, so mancher Mundwinkel führt auf Knöchelhöhe des Besitzers ein munteres Eigenleben.
Hervorragender Rahmen für die Stimmung ist eine so imposante wie ehrwürdig gealterte, geradezu aberwitzige Kakteensammlung im meterlangen, spitzengardinenumflorten Biotop auf der Fensterbank. Mit Hummel-Figuren durchsetzte Stacheligkeit, wohin man schaut: Sogar die Dorffliegen ziehen Seppuku auf Kaktusdornen der gnadenlos unheiteren Stimmung vor. Sofern ich überhaupt das Alter der Herrschaften im Gasthof erreiche, nehm ich dann lieber die Rentnerkommune. Passt scho’.
Aufgeräumt und ordentlich, sonntagsglänzend gewienert bis zum Hochglanz, auch an ganz normalen Tagen. Sogar montags. An der Wand zahllose Plaketten des örtlichen Schützenvereins. Pünktlichkeit zu den Mahlzeiten wird nicht nur stillschweigend vorausgesetzt in dem kleinen Dorfgasthof, weit gefehlt... Eine handschriftliche Notiz an der Innenseite der Zimmertür fordert mit mehreren Ausrufungszeichen unmissverständlich vom Gast ein: Abendessen um Punkt 18 Uhr!!! Wider den Großstadtschlendrian, Laissez-faire ist unerwünscht, hier herrscht Ordnung, bis zu den sorgfältig gestapelten Brötchen am Frühstücksbüffet. Wer zu spät kommt, den bestraft der Wirt.
Nicht wirklich verwunderlich, dass alleinreisende Lichtbildnerinnen weit unterhalb des Altersdurchschnitts der Gäste eher misstrauisch beäugt werden: Der grantelige Wirt ringt sich nur langsam und andeutungsweise zu einem Lächeln durch. Die sonstige Gästeschar grantelt ebenfalls; wahlweise mit versteinerter Miene vor sich hin schweigend oder die
Im Gasthof eines kleinen, beschaulichen Dorfs mitten im Bayrischen Wald. Die hausgemachten Spätzle mit Schwammerlsoße klingen verlockend. Eine neugierige Nachfrage des Gastes beim Wirt nach der Sorte der Schwammerl führt in eine valentineske Situation.
Wirt Richtung Küche: “Anna?!” Zum Gast gewandt: “Des is mei Frau… die woaß des.” Erneut Richtung Küche: “Annaaaaaaaaaaaa!!” Zum Gast: “Ja sakrafix …”, folgt Abgang Richtung Küche, um durch deren Tür erneut lautstark zu rufen. “Aaaaaaaaaaannnaaaaaaaaaaaaa! Zefix ….!” Aus der Küche schrillt es zurück: “Ha???” – “Anna, der Herr fragt, was für Schwammerl in der Soßn….?” – Noch eine Spur schriller die Auskunft der Köchin: “Jessas! Schwammerl halt.” Zurück am Tisch berichtet der Wirt: “Schwammerl sind drin.” – Gast: “Aha?!” Der Wirt beeilt sich, den Gast zu beruhigen: “Machens Eana kei Sorgn net, die kennas essan. Mir hobn die heit aa scho gessa und lebed aa no…”
(Keine Frage, woher Valentins Karl das hat. “Semmelnknödeln”…)
Im Gasthof eines kleinen, beschaulichen Dorfs mitten im Bayrischen Wald. Die hausgemachten Spätzle mit Schwammerlsoße klingen verlockend. Eine neugierige Nachfrage des Gastes beim Wirt nach der Sorte der Schwammerl führt in eine valentineske Situation.
Wirt Richtung Küche: "Anna?!" Zum Gast gewandt: "Des is mei Frau... die woaß des." Erneut Richtung Küche: "Annaaaaaaaaaaaa!!" Zum Gast: "Ja sakrafix ...", folgt Abgang Richtung Küche, um durch deren Tür erneut lautstark zu rufen. "Aaaaaaaaaaannnaaaaaaaaaaaaa! Zefix ....!" Aus der Küche schrillt es zurück: "Ha???" - "Anna, der Herr fragt, was für Schwammerl in der Soßn....?" - Noch eine Spur schriller die Auskunft der Köchin: "Jessas! Schwammerl halt." Zurück am Tisch berichtet der Wirt: "Schwammerl sind drin." - Gast: "Aha?!" Der Wirt beeilt sich, den Gast zu beruhigen: "Machens Eana kei Sorgn net, die kennas essan. Mir hobn die heit aa scho gessa und lebed aa no..."
(Keine Frage, woher Valentins Karl das hat. "Semmelnknödeln"...)
Auf Reportagetour an der Donau unterwegs. Der Fluss steht nach den Regenfällen der letzten Tage ziemlich hoch, kurz vor Passau. Und steigt. Mit nassen Füßen in den Donauauen, fast im Wasser. Plötzlich fiept es neben meinen Wanderschuhen, Schuhgröße 42, so lautstark wie jämmerlich. Im hohen Gras, völlig durchnässt, sitzt ein zitterndes Kaninchenjunges. Ein paar Meter weiter im Schilf treibt ein totes Kaninchen, anscheinend das Muttertier des Kerlchens.
Bildjournalistenauto mit Notfallausrüstung sei dank: In der Klappkiste mit Werkzeug, Ölflasche, Radkreuz, Taschenlampe und Co. findet sich auch ein Frotteehandtuch zum sanften Trockenrubbeln des jammernden Jungtiers, der zwischendrin ungeniert an meinen Fingern herumknabbert. Mit fünf winzigen Milchzähnchen richtet das noch keinen Schaden an, sondern kitzelt nur ein wenig. Jetzt hat das Kerlchen erst einmal ein neues, vorübergehendes Zuhause bei einem jungen Mädchen aus dem Ort gefunden…
Auf Reportagetour an der Donau unterwegs. Der Fluss steht nach den Regenfällen der letzten Tage ziemlich hoch, kurz vor Passau. Und steigt. Mit nassen Füßen in den Donauauen, fast im Wasser. Plötzlich fiept es neben meinen Wanderschuhen, Schuhgröße 42, so lautstark wie jämmerlich. Im hohen Gras, völlig durchnässt, sitzt ein zitterndes Kaninchenjunges. Ein paar Meter weiter im Schilf treibt ein totes Kaninchen, anscheinend das Muttertier des Kerlchens.
Bildjournalistenauto mit Notfallausrüstung sei dank: In der Klappkiste mit Werkzeug, Ölflasche, Radkreuz, Taschenlampe und Co. findet sich auch ein Frotteehandtuch zum sanften Trockenrubbeln des jammernden Jungtiers, der zwischendrin ungeniert an meinen Fingern herumknabbert. Mit fünf winzigen Milchzähnchen richtet das noch keinen Schaden an, sondern kitzelt nur ein wenig. Jetzt hat das Kerlchen erst einmal ein neues, vorübergehendes Zuhause bei einem jungen Mädchen aus dem Ort gefunden...