
Kennt noch jemand die Kinderfrage “Heißt das die, das oder der Kuhlie-fumden-Teich??” In schräger Betonung ausgesprochen, die Älteren lachten überlegen und hänselten das Kind, das sich zwischen Betonung und Bedeutung rettungslos verhedderte.
Auf dem See dümpelt eine schwarzweiß gefleckte Kuh, schaukelt auf den Wellen, dreht sich im Wind. Kuh auf Ausflug, gewissermaßen, im letzten Winter auf eigenartigen Wegen unterwegs: Damals riss sich das Tier von der Kette los, das Eis schob sie immer weiter hinaus auf den zufrierenden See. Einmal fast um den See herum, die Nixe auf ihrem Stein besuchend im Vorbeiziehen. Irgendwann war die Kuh ein winziger Punkt auf der winterweißen Weite, kurz vor dem kleinen Inselchen dort draußen. Die gemächliche Wanderschaft fand ein jähes Ende mit einsetzendem Tauwetter im Frühling: Der Wind packte die Kuh, warf sie unsanft ans Ufer des Dieksees. Sie schlug leck und versank im Flachwasser. Nur noch ein schwarzweißes Hinterbein ragte aus dem See.
Die Feuerwehr des Ortes nahm sich dann ihrer an, zog das abgesoffene Kunststofftier aus den Fluten und schleppte es zu seinem angestammten Platz am Seeufer. So schafft man in Schleswig-Holstein Kühe vom Eis – buchstäblich.
Kennt noch jemand die Kinderfrage "Heißt das die, das oder der Kuhlie-fumden-Teich??" In schräger Betonung ausgesprochen, die Älteren lachten überlegen und hänselten das Kind, das sich zwischen Betonung und Bedeutung rettungslos verhedderte.
Auf dem See dümpelt eine schwarzweiß gefleckte Kuh, schaukelt auf den Wellen, dreht sich im Wind. Kuh auf Ausflug, gewissermaßen, im letzten Winter auf eigenartigen Wegen unterwegs: Damals riss sich das Tier von der Kette los, das Eis schob sie immer weiter hinaus auf den zufrierenden See. Einmal fast um den See herum, die Nixe auf ihrem Stein besuchend im Vorbeiziehen. Irgendwann war die Kuh ein winziger Punkt auf der winterweißen Weite, kurz vor dem kleinen Inselchen dort draußen. Die gemächliche Wanderschaft fand ein jähes Ende mit einsetzendem Tauwetter im Frühling: Der Wind packte die Kuh, warf sie unsanft ans Ufer des Dieksees. Sie schlug leck und versank im Flachwasser. Nur noch ein schwarzweißes Hinterbein ragte aus dem See.
Die Feuerwehr des Ort
Momente gibt es, die sind so phantastisch, die kann man nicht erfinden: Unmöglich. Der Regenguß kündigte sich auf der Autobahn in der Pfalz an. Auf eine dunkle Wand zufahrend, das Lichtspiel in den Wolken bewundernd – tiefe Schwärze, die sich dunkelorange färbte im Abendlicht. Dicke Tropfen auf der Windschutzscheibe, ein Blick nach rechts, ein zarter Regenbogen. Nur noch Schritttempo fahren können, weil das Wasser zentimeterhoch auf der Autobahn steht. Ein Parkplatz, ein Gedanke, nichts wie weg erst einmal von der nassen Piste. Der Himmel beginnt zu glühen, auf dem Parkplatz trudeln immer mehr Autos ein.
Die unterschiedlichsten Menschen, aus den Autos ausgestiegen trotz des trommelnden Regens, stehen auf dem Grünstreifen. Sprachlos schweigend, schauend, staunend, wie sich der perfekte Schwung des Regenbogens leuchtend ausbreitet, ein zartes Spiegelbild seiner selbst in die Wolken wirft. Kleine Kameras, Fotohandys in den Händen, stehen sie da: Ein Rentnerpaar, das sich plötzlich anlächelt, er streichelt seiner Frau sanft über die runzelige Wange, sie lehnt sich an seine Schulter. Eng umschlungen stehen die beiden im strömenden Regen und staunen über die Farbenpracht und das Licht. Ein Punker mit Irokesenschnitt, pink und grün gestreift, stößt seinem Begleiter den Ellenbogen in die Rippen: “Boah ey – ick bin nich’ bekifft, wa, dat is’ echt, boah.” Das Rentnerpaar und die beiden Jungs lächeln sich an. “Toll….” seufzt der alte Mann. “Ja, wa …” kommt leise die Antwort.
In der knappen Viertelstunde zwischen Regenguss und Regenbogen, bis zu seinem Verschwinden, standen auf dem Parkplatz dicht an dicht staunende Menschen. Selten habe ich soviel Hingerissensein, soviel Verblüffung, Emotionen und solche Bandbreite des Mienenspiels um mich herum gesehen; fast schöner noch und beeindruckender als das lichte Wetter selbst. Ein eigenartiger Moment, voller Intensität und Zauber, ein Innehalten am Abend eines Arbeitstags. Über all das: Ein tiefes Glücksgefühl, für einen allein viel zu viel, man muss es mit vollen Händen weiter verschenken. Weil es Augenblicke gibt, so gewaltig und schön, dass sie kaum auszuhalten sind …
P.S. Ein Klick aufs Bild führt zum dazugehörigen iPhone-Video. Zu irgendwas muss Technikschnickschnack ja gut sein …
Momente gibt es, die sind so phantastisch, die kann man nicht erfinden: Unmöglich. Der Regenguß kündigte sich auf der Autobahn in der Pfalz an. Auf eine dunkle Wand zufahrend, das Lichtspiel in den Wolken bewundernd - tiefe Schwärze, die sich dunkelorange färbte im Abendlicht. Dicke Tropfen auf der Windschutzscheibe, ein Blick nach rechts, ein zarter Regenbogen. Nur noch Schritttempo fahren können, weil das Wasser zentimeterhoch auf der Autobahn steht. Ein Parkplatz, ein Gedanke, nichts wie weg erst einmal von der nassen Piste. Der Himmel beginnt zu glühen, auf dem Parkplatz trudeln immer mehr Autos ein.
Die unterschiedlichsten Menschen, aus den Autos ausgestiegen trotz des trommelnden Regens, stehen auf dem Grünstreifen. Sprachlos schweigend, schauend, staunend, wie sich der perfekte Schwung des Regenbogens leuchtend ausbreitet, ein zartes Spiegelbild seiner selbst in die Wolken wirft. Kleine Kameras, Fotohandys in den Händen, stehen sie da: Ein Rentnerpaar, das sich plötzlich anlächelt, er str
Aufgeräumt und ordentlich, sonntagsglänzend gewienert bis zum Hochglanz, auch an ganz normalen Tagen. Sogar montags. An der Wand zahllose Plaketten des örtlichen Schützenvereins. Pünktlichkeit zu den Mahlzeiten wird nicht nur stillschweigend vorausgesetzt in dem kleinen Dorfgasthof, weit gefehlt… Eine handschriftliche Notiz an der Innenseite der Zimmertür fordert mit mehreren Ausrufungszeichen unmissverständlich vom Gast ein: Abendessen um Punkt 18 Uhr!!! Wider den Großstadtschlendrian, Laissez-faire ist unerwünscht, hier herrscht Ordnung, bis zu den sorgfältig gestapelten Brötchen am Frühstücksbüffet. Wer zu spät kommt, den bestraft der Wirt.
Nicht wirklich verwunderlich, dass alleinreisende Lichtbildnerinnen weit unterhalb des Altersdurchschnitts der Gäste eher misstrauisch beäugt werden: Der grantelige Wirt ringt sich nur langsam und andeutungsweise zu einem Lächeln durch. Die sonstige Gästeschar grantelt ebenfalls; wahlweise mit versteinerter Miene vor sich hin schweigend oder die bessere Hälfte angiftend. Wenn’s denn überhaupt noch etwas zu sagen gibt, Schweigen ist Gold. Ausreichend Grund zu Nörgelei findet sich bei genauerer Betrachtung der Umstände – das Frühstücksei zu kalt, der Kaffee zu stark, die Butter zu hart. Irgendwas ist ja immer, so mancher Mundwinkel führt auf Knöchelhöhe des Besitzers ein munteres Eigenleben.
Hervorragender Rahmen für die Stimmung ist eine so imposante wie ehrwürdig gealterte, geradezu aberwitzige Kakteensammlung im meterlangen, spitzengardinenumflorten Biotop auf der Fensterbank. Mit Hummel-Figuren durchsetzte Stacheligkeit, wohin man schaut: Sogar die Dorffliegen ziehen Seppuku auf Kaktusdornen der gnadenlos unheiteren Stimmung vor. Sofern ich überhaupt das Alter der Herrschaften im Gasthof erreiche, nehm ich dann lieber die Rentnerkommune. Passt scho’.
Aufgeräumt und ordentlich, sonntagsglänzend gewienert bis zum Hochglanz, auch an ganz normalen Tagen. Sogar montags. An der Wand zahllose Plaketten des örtlichen Schützenvereins. Pünktlichkeit zu den Mahlzeiten wird nicht nur stillschweigend vorausgesetzt in dem kleinen Dorfgasthof, weit gefehlt... Eine handschriftliche Notiz an der Innenseite der Zimmertür fordert mit mehreren Ausrufungszeichen unmissverständlich vom Gast ein: Abendessen um Punkt 18 Uhr!!! Wider den Großstadtschlendrian, Laissez-faire ist unerwünscht, hier herrscht Ordnung, bis zu den sorgfältig gestapelten Brötchen am Frühstücksbüffet. Wer zu spät kommt, den bestraft der Wirt.
Nicht wirklich verwunderlich, dass alleinreisende Lichtbildnerinnen weit unterhalb des Altersdurchschnitts der Gäste eher misstrauisch beäugt werden: Der grantelige Wirt ringt sich nur langsam und andeutungsweise zu einem Lächeln durch. Die sonstige Gästeschar grantelt ebenfalls; wahlweise mit versteinerter Miene vor sich hin schweigend oder die

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Es gehört seit langem zu meinen Gewohnheiten, nie ohne ein Notizbuch unterwegs zu sein. Erlaubt es die Zeit zwischen zwei Terminen, sitze ich gerne in einem Café, lasse meinen Blick schweifen und die Gedanken wandern. Aus diesen Momenten werden oft die besten Geschichten und Texte, wenn kleine Aperçus, Blicksplitter und Bruchstücke sich aus wilder Mischung in ersten Notizen und Zeichnungen zur Idee formen. Entgegen landläufiger Meinung über Photographen bin ich nicht ständig und überall mit der Kamera unterwegs. Bei Auftragsvorgesprächen ist sie überflüssig, bei Besichtigungen möglicher Orte für Porträtaufträge ist sie eher hinderlich: Ich lasse Lichtstimmungen, Farbigkeiten und die Atmosphäre vieler Örtlichkeiten lieber ungefiltert direkt auf mich wirken, betrachte in aller Ruhe die Veränderungen des Lichts. Nur wenn das Bild im Kopf so renitent wird, dass es ein Ventil braucht und gern hinaus möchte, mache ich ein paar Notizen – mit der Kamera in meinem Mobiltelefon.
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Es gehört seit langem zu meinen Gewohnheiten, nie ohne ein Notizbuch unterwegs zu sein. Erlaubt es die Zeit zwischen zwei Terminen, sitze ich gerne in einem Café, lasse meinen Blick schweifen und die Gedanken wandern. Aus diesen Momenten werden oft die besten Geschichten und Texte, wenn kleine Aperçus, Blicksplitter und Bruchstücke sich aus wilder Mischung in ersten Notizen und Zeichnungen zur Idee formen. Entgegen landläufiger Meinung über Photographen bin ich nicht ständig und überall mit der Kamera unterwegs. Bei Auftragsvorgesprächen ist sie überflüssig, bei Besichtigungen möglicher Orte für Porträtaufträge ist sie eher hinderlich: Ich lasse Lichtstimmungen, Farbigkeiten und die Atmosphäre vieler Örtlichkeiten lieber ungefiltert direkt auf mich wirken, betrachte in aller Ruhe die Veränderungen des Lichts. Nur wenn das Bild im Kopf so renitent wird, dass es ein Ventil braucht und gern hinaus möchte, mache ich ein paar Notizen - mit der Kamera in meinem Mobiltelefon.
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