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	<title>HeikeRost.com &#187; Geschichten</title>
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		<title>Leyendeckers Erzählungen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 21:34:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mediennotizen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es hätte ein &#8220;tiefer Einblick&#8221; in die &#8220;Welt des investigativen Journalismus&#8221; werden sollen: Hans Leyendecker, einer der renommiertesten Journalisten der Republik, ist zu Gast im Presseclub Mainz. Ansehnlicher Besucherandrang, vor bis zum letzten Platz gefülltem Raum referiert der gestandene Medienmann. Die vollmundige Ankündigung des Abends &#8220;über die Beschleunigung von Medienzyklen zwischen Aufklärung und Rattenrennen&#8221; gerät [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Es hätte ein &#8220;tiefer Einblick&#8221; in die &#8220;Welt des investigativen Journalismus&#8221; werden sollen: Hans Leyendecker, einer der renommiertesten Journalisten der Republik, ist zu Gast im Presseclub Mainz. Ansehnlicher Besucherandrang, vor bis zum letzten Platz gefülltem Raum referiert der gestandene Medienmann. Die vollmundige Ankündigung des Abends &#8220;über die Beschleunigung von Medienzyklen zwischen Aufklärung und Rattenrennen&#8221; gerät allerdings recht schnell aus dem Blickfeld. Leyendecker eröffnet seinen Vortrag mit einem Nachruf: Eine Aufzählung eingestellter amerikanischer Zeitungen, um auf die Abwegigkeit der Printkrise hierzulande hinzuweisen. Das ist Auftakt eines eher lauschigen Kaminabends, in dessen weiteren Verlauf der Journalist eine Fülle amüsanter Anekdoten aus langen Berufsjahren beim Spiegel und der Süddeutschen Zeitung aneinander reiht.</p>
<p>Dabei ist die Serie &#8220;Damals beim Spiegel, als wir &#8230;.&#8221; durchaus unterhaltsam; im Gegensatz zum eher düsteren Branchenbild ewig jammernder Journalisten, das Hans Leyendecker eingangs skizziert. Die freundlich lächelnd vorgetragenen Geschichten erwecken auf den ersten Blick einen gewissen Anschein von Humor und Fröhlichkeit. Wenn nur nicht die Tonart des Vortrags suggerieren würde, dass früher irgendwie doch alles besser war! Umso bedauerlicher auch, dass die kritische Grundhaltung des altgedienten Journalisten sich offenbar nur auf die Themen seiner Berichterstattung bezieht, aber die Mißlichkeiten der eigenen Branche weitgehend  außen vor lässt. Dabei gäbe es zum &#8220;Rattenrennen&#8221; in den Redaktionen und drumherum viel zu sagen. Die aktuellen Bezüge zu Wulff bleiben eher farb- und konturlos, so zutreffende wie bildlich überzeugende Beschreibungen der Informationsfülle in Redaktionen finden nur sparsam Widerhall.&#8221;Früher hatten Sie zehn Seiten Informationen; heute bekommen Sie das komplette Büro. Auf einem USB-Stick.&#8221; Allseits freundliches Lachen, verständiges Kopfnicken im Publikum gesetzteren Alters, nicht mehr. Weder Kritik noch Bewertung, geschweige denn Anmerkungen aus der Praxis zur Bewältigung solcher Informationsfülle im Redaktionsalltag, leider auch keine Nachfragen &#8211; außer in Sachen Netzwerk Recherche.</p>
<p>Immerhin, zwischendrin stellt Leyendecker eher beiläufig fest: &#8220;Die Schreibe heute ist schon anders, vielleicht besser&#8221;, zieht gar sportliche Vergleiche. So ähnlich, das sei so wie das Pressing im Fußball, bei den Borussen. Aus anderthalb Stunden lockerer Plauderei, nicht größer gestört durch allzugroße Ehrfurcht des Moderators vor einer Ikone des Journalismus, bleibt eher sparsamer Erkenntnisgewinn. Ein launiges Unterhaltungsprogramm, zum Abschluss garniert mit einigen eher bemühten Publikumsfragen, für Journalisten und Kenner der Branche nichts Neues. Und es bleibt das merkwürdige Gefühl, dass sich Säulenheilige des Journalismus selbst entzaubern: Seltsam verheddert in der Anekdotenkette der rückblickenden Betrachtung, ein wenig realitätsfern und abgehoben, gewissermaßen im Elfenbeinturm über den Dingen schwebend und irgendwie aus der Zeit gefallen. Bedauerlich, denn es hätte ein &#8220;tiefer Einblick&#8221; ins &#8220;Milieu&#8221; sein können.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Liebe Paula Almquist&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 13:51:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Wahn+Witz]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; manches liegt ein wenig länger in der Ablage. Mit ein paar Tagen Abstand und erneuter Lektüre: Ihr Beitrag ist so überflüssig wie ärgerlich. Und nervt. Vor allem, weil er Single-Frauen generell als nicht überlebensfähige, hirn- und hilflose berechnende Wesen abqualifiziert. Doppelt ärgerlich allerdings, dass ausgerechnet das Süddeutsche Magazin sich nicht entblödet, diese merkwürdige und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>&#8230; manches liegt ein wenig länger in der Ablage. Mit ein paar Tagen Abstand und erneuter Lektüre: Ihr Beitrag ist so überflüssig wie ärgerlich. <strong>Und nervt.</strong> Vor allem, weil er Single-Frauen generell als nicht überlebensfähige, hirn- und hilflose berechnende Wesen abqualifiziert. Doppelt ärgerlich allerdings, dass ausgerechnet das Süddeutsche Magazin sich nicht entblödet, diese merkwürdige und ziemlich überholte Ansammlung aller Vorurteile aus der reaktionären Mottenkiste zu verbreiten.</p>
<p>Konstruktiver Rat unter Kolleginnen: Überdenken Sie die Wahl Ihrer Freundinnen. Üben Sie gelegentlich die höfliche Benutzung des Wortes &#8220;nein&#8221;. Und schauen Sie sich im realen Leben um. Dort gibt es genügend Single-Frauen, die weder Junggesellen jagender Partyschreck sind noch für Ehedramen qua &#8220;Ehemann-Ausleihe&#8221; sorgen. Sie sind durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen oder mit Schlagbohrer, Stichsäge, Starthilfekabel und widerspenstigen Computern umzugehen. Sie halten Prosecco für eine überschätzte Sprudelbrause, besitzen wohlsortierte Werkzeugkisten, lieben Baumärkte, schrauben ihre Möbel selbst zusammen und können verstopfte Wasserabflüsse reparieren. Ohne Sorge um Fingernägel und Frisur, ohne Unfälle &#8211; und falls die handwerklichen Erfordernisse eigenes Können übersteigen, bezahlen die Damen kurzerhand einen Profi.</p>
<p>&#8220;<a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36881" target="_blank">Untragbar: Klavier schleppen, heimwerken, Computerprobleme lösen &#8211; nichts leihen sich Singlefrauen so gerne aus wie die Ehemänner ihrer Freundinnen. Ehrlich gesagt: Das nervt.</a>&#8221; Paula Almquist im Süddeutsche Magazin, Ausgabe 03/2012</p>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Wandsprüche</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 17:22:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Your time is limited &#8211; so don&#8217;t waste it living someone else&#8217;s life. Don&#8217;t be trapped by dogma &#8211; which is living with the results of other people&#8217;s thinking. Don&#8217;t let the noise of other&#8217;s opinions drown out your inner voice. And most important: have the courage to follow your heart and intuition. They somehow [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><div class="wp-caption alignnone" style="width: 625px">
	<img class="size-full" src="http://www.heikerost.com/wp-content/uploads/2011/12/20111208-142651.jpg" alt="20111208-142651.jpg" width="625" height="625" />
	<p class="wp-caption-text">Berlin Hauptbahnhof, Dezember 2011</p>
</div>&#8220;Your time is limited &#8211; so don&#8217;t waste it living someone else&#8217;s life.<br />
Don&#8217;t be trapped by dogma &#8211; which is living with the results of other people&#8217;s thinking.<br />
Don&#8217;t let the noise of other&#8217;s opinions drown out your inner voice.<br />
And most important: have the courage to follow your heart and intuition.<br />
They somehow already know what you want to become&#8230;.&#8221;<br />
(Steve Jobs)</p>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Soviel Zuviel &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 21:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=uI3IHt-cD5Q[/youtube]Unterwegs in der Hauptstadt, an einem Winterabend. Spaziergänge durch die Straßen, wenn die Fußgängerzonen und Geschäfte leer sind. Eine eigenartig unwirkliche Stimmung nach dem Tagestrubel. Von allem zuviel, zuviel Licht, zuviel Weihnachtsglitzer, zuviel Pomp und Pompöses. Die Stadt ist aufgetakelt und aufgedonnert bis zum letzten kleinen Halogenbirnchen. Immerhin: Es wird beinahe still zu später Stunde. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=uI3IHt-cD5Q[/youtube]Unterwegs in der Hauptstadt, an einem Winterabend. Spaziergänge durch die Straßen, wenn die Fußgängerzonen und Geschäfte leer sind. Eine eigenartig unwirkliche Stimmung nach dem Tagestrubel. Von allem zuviel, zuviel Licht, zuviel Weihnachtsglitzer, zuviel Pomp und Pompöses. Die Stadt ist aufgetakelt und aufgedonnert bis zum letzten kleinen Halogenbirnchen. Immerhin: Es wird beinahe still zu später Stunde. Ein letzter Hauch von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und altem Fett verweht um die Kitschbuden eines Weihnachtsmarkts. Dunkel und verlassen stehen die kleinen Holzhütten, eine halbverwilderte Katze streift zwischen den Mülltonnen eines benachbarten Hinterhofs umher.</p>
<p>In die Fenster schauen im Vorbeiflanieren, sich Geschichten zu den Fundstücken hinter den Gardinen ausdenken: Neonringe zählen, Kronleuchter, Schwibbögen in wildem Mischmasch, bunt blinkende Girlanden und Plastiksterne. Aus einer zufällig geöffneten Haustür dringt ein absonderliches Gemisch aus Gerüchen, Bohnerwachs, Kohl, Ofenheizung, undefinierbar und abgestanden. Um die Ecke, in der Kneipe, klirren und klingeln Gläser, wenn die S-Bahn vorbei fährt. Ein Plüschweihnachtsmann steht dort auf dem Tresen, vor einem Miniaturweihnachtsbaum aus Plastik. Blinkend bunte Birnchen, blechern dudelndes White Christmas auf Knopfdruck &#8211; und Kunstschnee aus der Sprühdose. Mit Molle und Korn.</p>
<p>Musik im Kopfhörer: &#8220;Still life&#8221; von Ryuichi Sakamoto, aus dem wunderbaren Album &#8220;Out of Noise&#8221;.</p>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Die Farben des Herbstes</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 10:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Durch den Wald streifen, im seltsamen Zwielicht die Augen zu schmalen Schlitzen kneifen. Dann die Welt sehen, wie sie lohend in Feuerfarben explodiert. Die ersten Nachtfröste leuchten Gold in die Herbstnebel. Blätter fallen, verwehen, malen Licht, wo Herbstdunst dämmert. Flammen in dunkler Stille: Bezaubernd berückend, prachtvoll atemberaubend wunderschön. (iPhone 3GS, digitales Notizbuch im Wald, beobachten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><div class="slideshow-next slideshow-content">
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			Durch den Wald streifen, im seltsamen Zwielicht die Augen zu schmalen Schlitzen kneifen. Dann die Welt sehen, wie sie lohend in Feuerfarben explodiert. Die ersten Nachtfröste leuchten Gold in die Herbstnebel. Blätter fallen, verwehen, malen Licht, wo Herbstdunst dämmert. Flammen in dunkler Stille: Bezaubernd berückend, prachtvoll atemberaubend wunderschön.</p>
<p>(iPhone 3GS, digitales Notizbuch im Wald, beobachten auf Zehenspitzen &#8230;)</p>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Straßenmusikant</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 08:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Momente]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Rande des großen Platzes ist es eigentlich nie ruhig, zwischen Trubel, Hufgeklapper, Stimmengewirr und Musik. Doch manchmal hält die Stadt dort für einen Moment den Atem an. Der Reflex eines geöffneten Fensters an einem Gebäude gegenüber zaubert kleine Streifen in den Schatten der Kirche. Auf dem Gehsteig steht ein hölzernes Klavier mit einer Marionette: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_5865" class="wp-caption alignnone" style="width: 625px">
	<img class="size-full wp-image-5865" title="Straßenmusikant" src="http://www.heikerost.com/wp-content/uploads/2011/10/blog_salzburg7285.jpg" alt="" width="625" height="411" />
	<p class="wp-caption-text">Salzburg, Oktober 2011</p>
</div>
<p>Am Rande des großen Platzes ist es eigentlich nie ruhig, zwischen Trubel, Hufgeklapper, Stimmengewirr und Musik. Doch manchmal hält die Stadt dort für einen Moment den Atem an. Der Reflex eines geöffneten Fensters an einem Gebäude gegenüber zaubert kleine Streifen in den Schatten der Kirche. Auf dem Gehsteig steht ein hölzernes Klavier mit einer Marionette: Ein Puppenspieler zeigt dort seine Kunst, der Miniaturmozart mit Samtfrack und Zopf greift zu Menuetten aus dem Ghettoblaster in die Tasten.</p>
<p>Mitten im Arrangement verkündet ein Zettel die Abwesenheit: Pause. Noch spätherbstlich warm ist es, so warm, dass Besucher und Salzburger auf Treppen, Bänken und Brunnenstufen den Tag genießen. Zwischen Mozart, Festung und Kirche ist es für eine kleine Weile ganz unglaublich still.</p>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Biergarten, weißblau</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 05:55:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Momente]]></category>

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		<description><![CDATA[Abends am See. Eine letzte Maß kurz vor Sonnenuntergang, unten am See. Abfahrt nach Hause am nächsten Tag. Und irgendwie schon wissen: Sich wünschen, wieder zu kommen, sehr bald. &#8220;Hier &#8211; wenn man hier bleiben könnte.&#8221; schrieb Carl Zuckmayer über einen anderen Ort. Mit den weißblauen Landschaften geht es mir ebenso, ein Stück von mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignnone size-full wp-image-5830" title="Biergarten" src="http://www.heikerost.com/wp-content/uploads/2011/10/blog_ammersee7488.jpg" alt="" width="625" height="339" />Abends am See. Eine letzte Maß kurz vor Sonnenuntergang, unten am See. Abfahrt nach Hause am nächsten Tag. Und irgendwie schon wissen: Sich wünschen, wieder zu kommen, sehr bald. &#8220;Hier &#8211; wenn man hier bleiben könnte.&#8221; schrieb Carl Zuckmayer über einen anderen Ort. Mit den weißblauen Landschaften geht es mir ebenso, ein Stück von mir bleibt dort. Die Welt ist ein wunderbarer Platz.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Wanderungen am See</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 18:05:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Morgens früh im Nebel, klamm kriecht die feuchte Kälte aus dem Boden unter den Wollpullover bis in die Fingerspitzen. Dann klart es plötzlich auf: Sonnenschein! Sich in windgeschützten Ecken niederlassen, den Pullover abstreifen, den Rest Wärme genießen. Herbst am See. Steinmännchen bauen, am See springen Fische. Leere Bootsstege am Morgen, Nachmittagsstille am Riedereck.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><div class="slideshow-next slideshow-content">
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			<a href="javascript: void(0);" class="slideshow-next"><img style="margin-bottom:15px" src="http://www.heikerost.com/wp-content/uploads/2011/10/05_ammersee.jpg"/><br /></a><div class="slideshow-meta"></div></div>
			Morgens früh im Nebel, klamm kriecht die feuchte Kälte aus dem Boden unter den Wollpullover bis in die Fingerspitzen. Dann klart es plötzlich auf: Sonnenschein! Sich in windgeschützten Ecken niederlassen, den Pullover abstreifen, den Rest Wärme genießen. Herbst am See. Steinmännchen bauen, am See springen Fische. Leere Bootsstege am Morgen, Nachmittagsstille am Riedereck. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Notizen von unterwegs &#8211; Kurzwaren und Knöpfe</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 12:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Momente]]></category>

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		<description><![CDATA[Kann sich eigentlich jemand in unserer merkwürdigen Großstadtkultur der Handelsketten in Ladengeschäften vorstellen, dass kleine Familienunternehmen über mehrere Jahrhunderte überleben? Ihr Charme liegt in der Nische: Ein Angebot, das irgendwie ein wenig aus der Zeit gefallen ist. Tiefe Überzeugung &#8211; von der eigenen Dienstleistung bis zum Umgang mit Kunden. Eine Inneneinrichtung, die erhalten blieb und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Kann sich eigentlich jemand in unserer merkwürdigen Großstadtkultur der Handelsketten in Ladengeschäften vorstellen, dass kleine Familienunternehmen über mehrere Jahrhunderte überleben? Ihr Charme liegt in der Nische: Ein Angebot, das irgendwie ein wenig aus der Zeit gefallen ist. Tiefe Überzeugung &#8211; von der eigenen Dienstleistung bis zum Umgang mit Kunden. Eine Inneneinrichtung, die erhalten blieb und bewahrt wurde, aus welchen Gründen auch immer. Heute ist das schick und angesagt, bekommt ein gedankliches Zettelchen verpasst: &#8220;Vintage&#8221; steht drauf, in so hochwertiger wie aussageloser Schrift, die frösteln macht.</p>
<p>Umso schöner, beim Flanieren in Salzburg einen bezaubernden Laden zu entdecken: &#8220;Knopferlmayer&#8221;. Familienunternehmen seit über dreihundert Jahren, spezialisiert auf Kurzwaren; Nadeln, Nähgarnrollen, Borten, Schrägband und Spitzen in allen möglichen Ausführungen. Vor allem aber Knöpfe, über 3000 Varianten, liebevoll verpackt in kleine, verübte Schachteln. Auf ihren Stirnseiten, mit verschiedenen Handschriften säuberlich notiert, Zeichen und Geheimcodes, die Auskunft geben über Größe und Preis der Knopferl in den sorgfältig sortierten Kartons. Manche haben abgestoßene Ecken vom vielen Gebrauch, sind mit Klebeband wieder geflickt. Für den Fall des ungeschickten Fallenlassens der Kistchen werden sie mit schmalen Bändern umwickelt, mit akkuraten Schleifen verschnürt. Leise klappern die Knöpfe in ihren Behältnissen, wenn sie wieder ins Regal gestellt werden.</p>
<p>Die Verkäuferinnen dort im Laden tragen blauweiß gestreifte Kittel; kein Problem rund um Nähen, Kurzwaren, Knöpfe, das von ihnen nicht gelöst werden könnte. Selbst kniffeligste Fragen nach der benötigten Menge an Spitzen zur Einfassung einer Tischdecke bringen die Damen nicht ernsthaft aus der Fassung. Die gestikulierende Beschreibung der Kundin reicht aus, um fachkundig und präzise zu schätzen. Mit einem kleinen handgeschriebenen Zettel bezahlt man dann an der altmodischen Registrierkasse seine Einkäufe, um mit einem kleinen oder größeren Sackerl den Laden zu verlassen. Mit einem Lächeln, der liebevollen Erinnerung an die Knopfkiste der Großmutter, die in einer Schachtel von Henriette Davidis&#8217; Kochbuch unzählige Knöpfe aufbewahrte. Sorgfältig aufgefädelt auf Zwirn, nach Farbe und Größe sortiert, geliebtes, regenbogenbunt schillerndes, klapperndes und rasselndes Kinderspielzeug aus vergangenen Tagen.</p>
<p>Vor der Ladentüre, am Rathausmarkt in Salzburg, fällt der Blick auf einen Zettel, der an der Schaufensterscheibe hängt. &#8220;Knopferlmayer&#8221; braucht Verstärkung und sucht nicht etwa eine Aushilfskraft; das wäre dem altmodischen, bezaubernden Charme des Ladens so ganz und gar nicht angemessen. Mit eleganter Handschrift steht stattdessen auf dem Papier: &#8220;Verkäuferin wird angenommen!&#8221;</p>
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		<title>Tausend Grad mit Handgranate</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 20:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Momente]]></category>

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		<description><![CDATA[»Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« So beginnt die Geschichte der 80-jährigen Herbjörg Maria Björnsson, die kratzbürstig, dickschädelig und schwer krank eigentlich nur noch auf den Tod wartet. Die Garage, in der sie haust, ist äußerst spartanisch eingerichtet: Ein Krankenhausbett, eine liebevoll gehütete, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>»Ich lebe hier allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Es ist wahnsinnig gemütlich.« So beginnt die Geschichte der 80-jährigen Herbjörg Maria Björnsson, die kratzbürstig, dickschädelig und schwer krank eigentlich nur noch auf den Tod wartet. Die Garage, in der sie haust, ist äußerst spartanisch eingerichtet: Ein Krankenhausbett, eine liebevoll gehütete, polierte Handgranate &#8211; und ihr Computer, mit dem die &#8220;dauerlungenrasselnde Invalidenkrähe&#8221; virtuos umzugehen weiß, mehrere Facebook-Identitäten und Onlineflirts inbegriffen. Weit von Resignation entfernt, hackt Herbjörg sich interessehalber in die privaten Leben ihrer Söhne ein, entdeckt, dass die drei längst das Haus ihrer Mutter verkauft und sich das Vermögen unter den Nagel gerissen haben. </p>
<p>Für das ungeduldige Warten der Söhne auf den Tod der schnöde Abgeschobenen rächt sich die Greisin äußerst zeitgemäß &#8211; mit Hilfe ihres Computers und Facebook. Mal traurig, oft zornig, immer leidenschaftlich erzählt sie zwischendrin und drumherum aus ihrem nicht immer heiteren Leben zwischen Identitäten und Nationalitäten. Irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort, ob als Tochter einer deutschstämmigen Mutter in Dänemark, woher der Vater eigentlich stammt, oder als wandelndes Vielvölkergemisch in Dänemark: Mal ist Herbjörg zu deutsch, mal zu dänisch, immer aber &#8220;zu isländisch&#8221;. Kollidiert reihenweise mit Männern, die sie &#8220;eigentlich nur bis zu den Knien leiden konnte, darunter eher nicht&#8221;. Wegen der Schweißfüße in Nachkriegsnylonsocken; nonchalant serviert sie noch im Kreißsaal direkt nach der Geburt ihres ersten Sohnes dessen Erzeuger ab, indem sie ihm kurzerhand &#8230; ein Taxi ruft. Im weiteren Verlauf ihres Lebens erweist sich das als probates Mittel zur Entsorgung späterer Wegbegleiter. </p>
<p>»Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.«- »Einen Termin buchen?« - »Genau.«<br />
»Aha. Ja &#8230; wie war noch mal der Name?« - »Herbjörg María Björnsson.«<br />
»Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?« <br />
»Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.«<br />
»Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor &#8230; na, Sie wissen schon &#8230; also bevor, äh &#8230;, bevor die Leute tot sind, okay?«<br />
»Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.« Was immer Herbjörg macht, das macht sie gründlich, ob es sich um persönliche Angelegenheiten handelt oder ihre Lieblingsbeschäftigung, alle anderen um sich herum völlig aus der Fassung zu bringen.</p>
<p>Immer in Gesellschaft der Handgranate, im Nachttischchen, in der Handtasche, einfach überall, denn damit bewahrt sich Herbjörg Maria Björnsson einen symbolischen Rest Eigenständigkeit und Freiheit. &#8220;Praktisch, wenn einen irgendein Verrückter nach Hause bringen wollte&#8230;.&#8221; Die virtuos erzählten Bruchstücke eines prallen Lebens fügen sich zu einem furiosen Zeitmaschinentrip durch acht Lebensjahrzehnte einer &#8220;mondänen Dame von Welt&#8221; zusammen, ein leidenschaftlicher Bericht aus der isländische Version der Matratzengruft Heinrich Heines: Anrührend, skurril, bisweilen zynisch, oft zum Schreien komisch und manchmal tieftraurig, eine vergnüglich-nachdenkliche Lektüre für Schlechtwettertage.</p>
<p><a href="http://www.klett-cotta.de/buch/Gegenwartsliteratur/Eine_Frau_bei_1000%C2%B0/15893" target="_blank">Der Roman &#8220;Eine Frau bei 1000°&#8221; des isländischen Autors Hallgrímur Helgason ist 2011 bei Klett-Cotta erschienen.</a></p>
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