Aus dem Kategorie-Archiv:

Wahn+Witz

Billigheimer im Ramschladen?

von Heike Rost am 4. September 2010

in Momente,Wahn+Witz

Ein kleines Foto, eher Briefmarkengröße in maximal einspaltiger Größe, dazu ein kurzer Text,  zwei, drei Sätze nur. Redaktionelle Anforderungen zu Beiträgen über Menschen aus der Region, das Ganze erfahrungsgemäß mit geringem Arbeitsaufwand verbunden, wenn man sowieso in der Gegend unterwegs sei: Das angebotene Honorar für den Text-Bild-Beitrag beläuft sich auf unglaubliche 10 Euro, besagt das Schreiben. Absender ist eine Agentur, die im Auftrag eines Verlags im Südwesten ein neues “Magazin” produziert, das viermal jährlich die Bewohner der Region beglücken soll. Ach so.

(Kommentar überflüssig.)

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Fundstück (52) – Unterwegs..

von Heike Rost am 30. August 2010

in Momente,Wahn+Witz

Unterwegs im Auftrag des Herrn… :-)

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Urlaubsnotizen… die siebte

von Heike Rost am 29. August 2010

in Momente,Wahn+Witz

Unterwegs, am Straßenrand. Mit unbeholfenen Skizzen knutschender Pärchen und roten Herzen verziert steht dort ein Schild: “Auto-Liebes-Park”. Direkt daneben an der Einfahrt wirbt ein Autoteilehandel für supergünstige … Stoßdämpfer.

Honi soit qui mal y pense. ;-)

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Urlaubsnotizen …

von Heike Rost am 25. August 2010

in Momente,Wahn+Witz

Unterwegs auf dem flachen Land, in der Mobilfunkdiaspora, im Zustand fast völliger Gehirnfreiheit. Nichts geht: Surfstick tot, kein Internet also, iPhone nur im Handstand direkt hinter dem Hauptheizungsrohr des ehemaligen Bauerngehöfts mit der reizenden Ferienwohnung. Sei’s drum, die Ruhe hat ihre Vorteile. Endlich wieder lesen! Keine Fachliteratur wie sonst normalerweise. Auch wenig bis keine durchgeistigte, hochwertige Lektüre, die den beruflichen Alltag nicht so hervorragend abstreifen ließe. Besser geeignet ist dazu das Bücherregal der Besitzerin des Gehöfts: Im Foyer des alten Bauernhauses steht ein riesiges Bücherregal mit einer höchst beeindruckenden Sammlung der Trivialstliteratur. Schmonzetten allerfeinster Qualität von Courths-Mahler bis Barbara Cartland, unter denen einzelne Werke von Georgette Heyer schon fast wie Weltliteratur anmuten.

Spontan habe ich Reich-Ranicki im Ohr: „Das ist das purrrrrrrrre Grrrrrrrrrauen, die Verluderrrrrung jeglicherrrrrrrrr literrrrrrarrrrrrrischerrrrrr Güte.“ Egal, was wäre besser geeignet, das Gehirn auf die überlebensnotwendigen Minimalfunktionen herunter zu pegeln? Vielleicht noch japanische Mangas, die sind allerdings Mangelware. Draußen herrscht merkwürdiges Wetter; zwischen heftigen Regengüssen stürmt es, eisiger Wind zaust die Bäume und lässt die ersten Blätter wirbeln. Das Wasser klatscht waagrecht an die Fenster, Sommer geht irgendwie anders. Leicht zerfledderte Jungschwalben schaukeln auf der Wäscheleine, lassen sich von den Eltern mit Fliegen füttern. Mögen einige der Stechmücken darunter sein, von denen ich regelmäßig überfallen werde. Die Noore, flache Tümpel, Teiche und kleine Seen in der Gegend, sind schuld: Idyllisch gelegen, große grün schillernde Libellen, Seerosen, alles da. Abendliche Jagden mit der Fliegenklatsche zwecks mückenfreier Zone sind das einzige, was hilft. Mückenschutzmittel? Aufreizend kichert die gemeine Stechmücke leise, bevor sie erneut zum Anflug ansetzt und ordentlich hinlangt. Eins der blutrünstigen Mistviecher erwischte mich am Auge. Blau angelaufen, komplett zugeschwollen, pardauz, Schlägerei gehabt? Nö, ich hab Mücke. Und ganztags Eisbeutel.

Morgens, beim Weg über die Wiesen auf den Feldweg, stolpere ich über Wildkaninchen. Vorwitzig lugen sie aus den Löchern ihrer Höhlen; Nordic Walking mit Hindernissen, zum Auslüften des Resthirns a.D., zur Kreislaufanregung, zum Mailbox abhören: Am Strand funktioniert tatsächlich wieder zumindest ein Mobilfunknetz. Witzig, dass die spannendsten Anfragen, Angebote und Aufträge genau dann bei mir landen, wenn ich in der Hängematte weile. Die hirnfreie Auszeit wird angemessen unterbrochen; Ideen sprudeln zwischendrin ordentlich, fast kann ich die Uhr danach stellen, wann es soweit ist. Vorzugsweise nachts zwischen drei und fünf Uhr weckt mich das Getrappel meiner Gedanken, die durch die Gehirnwindungen huschen. Auch in Nichturlaubszeiten tun sie das, ich habe mich an die kreativen Störenfriede gewöhnt. Immerhin haben sie mich im Lauf der Zeit dazu gebracht, nie ohne Notizbuch, Stift und Laptop in Reichweite schlafen zu gehen. „Schreib! Das! Auf!“, funkt das Gehirn an die Finger, sonst ist nach anschließender Tiefschlafphase garantiert nicht mehr vorhanden, was das Gehirn auf seinen eigentümlichen Traumpfaden, im Vorüberhuschen, ausbrütete.

Ach ja. Urlaub. Und in langen Ketten fliegen die ersten Zugvögel vorbei.

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Eiertänze in der Servicewüste

von Heike Rost am 11. August 2010

in Momente,Wahn+Witz

Zeit für eine neue Folge der Serie “Heiterer Alltag”: Frei nach Morgenstern beschloss mein geschätzter Kollege kurzfristig, samt Familie in die Hängematte zu entfleuchen, “um an entspannenden Gedanken moralisch sich emporzuranken.”. Gesagt, getan, zackig einen hübschen Urlaub gebucht, die Familie ins Auto gepackt – und das Zeitungsabo für die zwei Wochen Abwesenheit an mich weitergereicht. Geht alles, machen Sie einem netten Menschen eine Freude und verschenken Sie Ihr Abo als “Feriengruß”, versprach die Service-Abteilung einer großen Mainzer Tageszeitung.

An deren Schreibtischen herrschte wohl eher Sommerlähme denn südländisch freundliche Beschwingtheit: Drei Tagen blieb der Briefkasten verwaist, keine Zeitung, der Abonnent beschwerte sich prompt beim Service. Die Dame sagte per Mail umgehende Klärung zu, sofortige Lieferung und selbstverständlich Gutschrift der fehlenden Tage auf dem Kundenkonto. Mehrere Tage später vermisste ich immer noch die Zeitung; eigentlich eher wegen der ungewohnten Leere im Briefkasten. In seinem verdienten Urlaub funkte ich den Kollegen kurz an – Smartphone sei dank lässt sich solch Ungemach ja auch in fernen Gefilden regeln. Dachte ich, dachte mein Kollege, dachten wir beide. Den Rest seines Urlaubs über blieben dann unsere beiden Briefkästen leer. Von der Mainzer Platzhirschzeitung nicht die leiseste Spur.

Zurückgekehrt aus der Hängematte, machte der Herr Kollege dann seinem Ärger in der Serviceabteilung Luft, höflich, aber bestimmt. Die Sachbearbeiterin war betreten, wusste auf Anhieb auch keine Erklärung – und mein Kollege erhielt neben einer lauen Entschuldigung eine Gutschrift auf seinem Abo-Konto: Satte vier Euro und ein paar Zerdrückte ist dem Verlagshaus die Servicepanne des Holzmediums wert. Das entspricht noch nicht einmal einem Drittel der Kosten für die Printausgabe im Ausfallzeitraum. Bei soviel Kundenorientierung wundern mich die Schwierigkeiten der Zeitungsbranche wirklich nicht mehr …

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