
Kennt noch jemand die Kinderfrage “Heißt das die, das oder der Kuhlie-fumden-Teich??” In schräger Betonung ausgesprochen, die Älteren lachten überlegen und hänselten das Kind, das sich zwischen Betonung und Bedeutung rettungslos verhedderte.
Auf dem See dümpelt eine schwarzweiß gefleckte Kuh, schaukelt auf den Wellen, dreht sich im Wind. Kuh auf Ausflug, gewissermaßen, im letzten Winter auf eigenartigen Wegen unterwegs: Damals riss sich das Tier von der Kette los, das Eis schob sie immer weiter hinaus auf den zufrierenden See. Einmal fast um den See herum, die Nixe auf ihrem Stein besuchend im Vorbeiziehen. Irgendwann war die Kuh ein winziger Punkt auf der winterweißen Weite, kurz vor dem kleinen Inselchen dort draußen. Die gemächliche Wanderschaft fand ein jähes Ende mit einsetzendem Tauwetter im Frühling: Der Wind packte die Kuh, warf sie unsanft ans Ufer des Dieksees. Sie schlug leck und versank im Flachwasser. Nur noch ein schwarzweißes Hinterbein ragte aus dem See.
Die Feuerwehr des Ortes nahm sich dann ihrer an, zog das abgesoffene Kunststofftier aus den Fluten und schleppte es zu seinem angestammten Platz am Seeufer. So schafft man in Schleswig-Holstein Kühe vom Eis – buchstäblich.






