Die Musik schweigt …


Manche Momente machen melancholisch: Für eine Auftragsarbeit habe ich einen Konzertsaal mitsamt Flügel fotografiert. Und dann saß ich am Bühnenrand für einen Augenblick, holte tief Luft und war sehr traurig. Weil die Musik verstummt ist, die Stühle verwaist sind, auf denen sonst Menschen den Musikern zuhören, für eine Weile alles Schwere hinter sich lassend und den Klängen hinterher träumend, auf unsichtbaren Flügeln, die uns die Musik verleiht.

»In einem Jahr werden wir verarbeiten müssen, wieviele Menschen gestorben sind auf diesem Planeten. Wir werden darüber nachdenken müssen, was das für uns bedeutet, für unsere menschlichen Fähigkeiten und deren Mangel. (…)  Aber wir werden uns dem emotionalen Zoll dieses Sterbens stellen müssen – und unserer Unfähigkeit, damit umzugehen.« schrieb Michael Aschenbach, ein Facebook-Freund aus den USA. Seine Gedanken fanden ein Echo, als ich später die Bilder des leeren Konzertsaals mit dem Flügel sortierte: Die Musik, die es leichter machen könnte durch ihre Magie und Kraft … sie fehlt. 

»Wenn einer aus seiner Seele singt, heilt er zugleich seine innere Welt. Wenn alle aus ihrer Seele singen und eins sind in der Musik, heilen sie zugleich auch die äußere Welt…« (Yehudi Menuhin, 1999)

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