Notizen von unterwegs: Wege gehen

Morgenspaziergang im Bachtal, über einen schmalen Feldweg und durch ein rostiges Tor: Sich in einer zwitschernden, surrenden, brummselnden Welt aus plüschigen Hummeln, Blütenzauber und Licht, zwischen ersten Schmetterlingen, Weidenmeisen und anderem Federvieh wiederfinden. Beinahe über ein Kaninchen stolpern, dem Wiedehopf freundlich den Vortritt lassen. Die winzigen Sternchenblüten der Miehre im Gras zählen, den Frühlingsduft nach Erde und Blumen schnuppern. Mit dem Finger auf blütenstaubbedeckte Autoscheiben einen Wunsch für einen schönen Tag hinterlassen. Die Pusteblume am Wegesrand pflücken. Die Augen schließen, sich etwas wünschen und die kleinen Schirmchen des Löwenzahns auf die Reise schicken. 

Wege gehen. Es wird hell in Herz und Seele, so früh am Morgen – und für einen kurzen Augenblick ist alles gut.

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